Brautjungfern

Wenn die Braut von der ebenfalls wunderschön gekleideten Schar ihrer Brautjungfern umgeben ist, so strahlt ihre Schönheit gleich noch einmal so intensiv. Es ist zudem einfach ein bezaubernder Anblick, eine Gruppe glücklicher und schön zurecht gemachter Frauen zu sehen, da er im Alltag nicht häufig ist.

Tradition der Brautjungfern

Brautjungfern zusammen mit der BrautIn früheren Zeiten war eine junge Frau von Stand bis zu ihrer Hochzeit eigentlich immer von einer Schar Frauen umgeben, denn es schickte sich auf keinen Fall, dass der Bräutigam vor der Zeremonie allein mit seiner Braut war. Diese Damen begleiteten die Braut dann auch in die Kirche bis vor den Altar und lüfteten erst nach dem Jawort den Schleier der Braut.

Dass sie oft ebenfalls sehr festlich gekleidet waren, hängt mit einem alten Aberglauben zusammen. Früher war die Welt offensichtlich von neidischen Geistern und Dämonen bevölkert, die den Menschen ihr Glück nicht gönnten. Deshalb musste die Braut unbedingt vor ihnen geschützt werden, damit sie nicht von einem bösen Geist besessen wurde.

Die festliche Kleidung der Brautjungfern diente nun einem ganz einfachen Zweck: Sie sollte die bösen Geister und Dämonen schlicht und ergreifend verwirren. Unter so vielen eleganten jungen Frauen würde der perfide Geist die wahre Braut nicht erkennen können und daher frustriert abziehen müssen. Ob es funktioniert hat, ist nicht gewiss, aber bestimmt hatten die Brautjungfern viel Freude an ihren schönen Kleidern.

Die moderne Brautjungfer

Sollte es die bösen Geister also tatsächlich geben, so kann man nur hoffen, dass sie wirklich ohne Beute wieder abziehen. Die moderne Brautjungfer wird sich darüber aber kaum Gedanken machen, denn sie widmet sich konzentriert ihrer Hauptaufgabe: die Braut an ihrem großen Tag zu umsorgen und zu unterstützen. Sie hilft ihr beim Ankleiden, hält ihr die Hand, wenn sie nervös wird, überwacht unauffällig das Aussehen und ist im Notfall sofort zur Stelle, wenn es etwas zu reparieren oder korrigieren gibt.

Bei der Trauungszeremonie trägt sie die Schleppe, hält den Brautstrauß und achtet darauf, dass der Schleier beim Vermählungskuss nicht im Weg ist. Sie hilft der Braut mit ihrem Kleid in die Kutsche oder das Auto und versorgt den Brautstrauß an der Hochzeitslocation. Und vor allem ist sie immer da, wenn die Braut eine gute Freundin braucht.

Auswahl der Brautjungfern

Idealerweise wählt die Braut natürlich einige besonders gute Freundinnen für diese ehrenvolle Aufgabe aus. Auch eine Schwester kann natürlich in Frage kommen. Die Tradition verlangt eigentlich, dass diese Frauen unverheiratet sind (das Wort Jungfer deutet darauf hin), aber viele moderne Bräute sehen das nicht mehr so eng.

Sie sollten übrigens darauf achten, dass auch Ihr Auserwählter Ihre Brautjungfern leiden kann – natürlich sind es Ihre Brautjungfern, aber für ihn ist es natürlich nicht angenehm, wenn an so einem wichtigen Tag eine der von ihm bestgehassten Personen eine so prominente Rolle einnimmt.

Je nachdem, in welcher finanziellen Lage Sie und Ihre Wunschkandidatinnen sich befinden, kann dies die Auswahl noch einmal einschränken. Denn bei der Bezahlung der Kleider für die Brautjungfern scheiden sich die Geister.

Und wer zahlt?

Die eine Fraktion ist der Meinung, dass die Brautjungfer alles selbst bezahlt, da es ja immerhin eine große Ehre ist, diese Rolle einzunehmen. Die andere Fraktion hingegen argumentiert, dass ja schließlich die Braut Stil und Farbe der Kleider bestimmt und deshalb auch dafür aufkommen muss, zumal wenn alle Brautjungfern das gleiche Kleid tragen sollen.

Im Einzelfall sollte man also mit seinen Brautjungfern sprechen und gemeinsam entscheiden, was für alle Beteiligten möglich und zumutbar ist. Und am besten sucht man das Brautkleid und die Brautjungfernkleider gemeinsam aus, damit sie stilistisch gut aufeinander abgestimmt sind.

Spaß ist schon im Vorfeld garantiert

In Deutschland war der Brauch der Brautjungfern ja etliche Jahre etwas in Vergessenheit geraten, aber Hollywood und die Berichte über die Hochzeiten von Prominenten haben auch hierzulande die Tradition wieder belebt. Denn man kann schon im Vorfeld viel Spaß mit seinen Brautjungfern haben, wenn man bei einem Mädelsabend gemeinsam die ersten Ideen für das Outfit bespricht, sich beim Friseureinmal probefrisieren lässt oder im Brautmodengeschäft einfällt, wo dann kichernd die verschiedensten Modelle anprobiert werden. Und bei soviel Spaß haben die bösen Geister ohnehin keine Chance mehr!