Kirchliche Trauung

Eine kirchliche Trauung ist für viele Paare die Krönung Ihrer Liebe. Ob es sich um das romantische Gefühl handelt, wenn die Braut im weißen Kleid dem Altar entgegen schreitet und bewegende Musik gespielt wird oder es der tiefe religiöse Wunsch ist, die gemeinsame Liebe durch eine höhere Macht abgesegnet zu haben: Eine Hochzeit in der Kirche ist ein magisches Erlebnis. Jedoch bedarf es für so eine Trauung einem gewissen Maß an Vorbereitung. Im Folgenden sollen die wichtigsten Punkte, die zu beachten sind, erhellt werden.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Traumhochzeit: Kirchliche TrauungBevor es daran geht, Einladungen herauszuschicken und die perfekte Hochzeitstorte vorzukosten, sind so einige Formalitäten zu erledigen. Der erste Schritt, den ein Paar macht, nachdem der Wunschtermin für den großen Tag feststeht, sollte ein Anruf in der Pfarrei sein. Hier kann nachgefragt werden, ob die gewünschte Kirche und der Pfarrer an dem Termin frei sind. Besonders der Mai ist für Hochzeiten sehr begehrt und daher früh ausgebucht. Dabei ist auch zu beachten, dass zuerst der Pfarrer in der Heimatgemeinde einer der Brautleute kontaktiert werden sollte, auch wenn sie an einem anderen Ort den Bund fürs Leben schließen wollen. Nur mit einer Zession oder einem Entlassschein, also einer Erlaubnis des ursprünglichen Gemeindepfarrers, können Paare in einer anderen Kirche heiraten.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet…

Wenn das Paar seinen Seelsorger gefunden hat, wird dieser in der Regel zwei bis drei Termine vereinbaren, bei denen sicher gegangen wird, dass keine Gründe bestehen, warum diese Personen nicht heiraten sollten – zum Beispiel wegen einer bestehenden Ehe oder dem Zwang zur Ehe bei einer der Parteien. Außerdem bespricht der Geistliche eventuelle Fragen zur Ehe und lässt das Paar seine Wünsche bezüglich des Ablaufs der Zeremonie beitragen. Bei diesem sogenannten Traugespräch wird auch das sogenannte Ehevorbereitungsprotokoll ausgefüllt. Hier ist es wichtig, die Taufurkunde mit einer Bestätigung der Konfirmation oder Firmung mitzubringen.

Erst das Standesamt, dann das Vergnügen

Auch wenn es für einige weniger romantisch erscheint, generell ist eine Eheschließung auf dem Standesamt vor der kirchlichen Trauung zu absolvieren. Dem Gesetz nach ist seit 2009 niemand mehr dazu verpflichtet. Jedoch verlangen die Kirchen selbst vor der Hochzeit eine Anmeldung für die standesamtliche Ehe und eine staatlich ausgestellte Eheurkunde muss kurz vor dem großen Tag vorhanden sein. In seltenen Fällen kann der Bischof eine Erlaubnis für die kirchliche Trauung ohne standesamtliche Hochzeit aussprechen, solange das Paar hinnimmt, dass ihre religiöse Vereinigung nicht zivilrechtskräftig ist. Die Vorteile eines geregelten Erbrechts, Ehegattensplitting und anderen Sicherheiten sprechen aber durchaus für die standesamtliche Hochzeit.

Kann jeder kirchlich heiraten?

Generell können getaufte Christen, wenn sie der gleichen Konfession angehören, in der Kirche heiraten. Besitzt einer der Partner jedoch eine andere Konfession, als die unter der die Ehe geschlossen werden soll, muss dies mit dem zuständigen Pfarrer abgesprochen und erlaubt werden. Einige Paare entscheiden sich in dieser Situation für einen ökumenischen Gottesdienst. Dabei werden katholische und evangelische Elemente der Zeremonie gleichwertig abgehalten und je ein Vertreter der unterschiedlichen Konfessionen ist dabei anwesend. Auch wenn ein Partner keinem Glauben oder einer nicht-christlichen Religion angehört, ist eine kirchliche Trauung nach Absprache mit dem Seelsorger möglich. Dabei kann auch geklärt werden, bei welchen religiösen Bekenntnissen der nicht-christliche Partner sich während der Zeremonie enthalten möchte.

Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften haben in Deutschland bis dato keine Möglichkeit, sich offiziell trauen zu lassen. Jedoch ist die Segnung der Partnerschaft in einigen wenigen Gemeinden machbar. Wer trotzdem in einer Kirche heiraten möchte, kann seinen Traum durch eine freie Trauung mit einem freiberuflichen Theologen erfüllen. Solange der Hausherr des jeweiligen Gotteshauses zustimmt, steht dem nichts im Wege. Katholiken hingegen, die bereits geschieden wurden, haben nur das Recht auf eine neue Vermählung, wenn die erste Ehe als ungültig erklärt werden kann.

Evangelische oder Katholische Trauung

Schmetterlinge im Bauch und tausend Gedanken, die im Kopf herumschwirren, fallen ab, wenn das glückliche Paar gemeinsam, wie in Deutschland üblich, den Gang zum Altar unter musikalischer Begleitung entlang schreitet.

Bei einer katholischen Trauung stehen dort auch die Trauzeugen – beim evangelischen Counterpart ist deren Anwesenheit übrigens keine Pflicht. Nach der Begrüßung folgt ein Eröffnungsgebet sowie ein Eingangslied. Wir haben einige beliebte Hochzeitslieder und Kirchenlieder aufgelistet. Im katholischen Brauch entscheidet man sich zwischen einem Wortgottesdienst und einem Zusatz durch die Eucharistiefeier nach der Trauhandlung.

Bei den Evangelen folgen auf das Eingangsgebet das Traugebet und die anschließende Trauhandlung. Hier wird die bestehende Ehe geweiht. Anders ist es im Katholischen, bei dem sich das Brautpaar gegenseitig das Sakrament der Ehe spendet. Erst dadurch wird es im Kirchenrecht anerkannt. Es folgen Fürbitten durch den Pfarrer oder eng verbundene Gäste. Bei der evangelischen Zeremonie erhält das frisch gebackene Ehepaar die Traubibel, wohingegen bei den Katholiken nun die Trauzeugen zum Einsatz kommen. Zusammen mit dem Pfarrer unterzeichnen sie die Trauungsdokumente. Dies alles kann zwischen 30 Minuten und einer Stunde dauern. Danach verlässt das Ehepaar die Kirche mit dem Segen des Pfarrers.

Das liebe Geld spielt auch eine Rolle

Das rauschende Fest, ein traumhaftes Kleid und die Unterbringung der Gäste können den Geldbeutel der Brautleute durchaus belasten. Die kirchliche Trauung selbst muss jedoch nicht sonderlich teuer sein. Oft reicht eine größere Spende für die Kollekte, deren Begünstigte das Paar aussucht. Ob die Nutzung der Kirche an sich und die Zeit des Pfarrers in die Rechnung mit eingeht, ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Wenn die Zeremonie außerhalb der Heimatgemeinde stattfinden soll, sollte eine Aufwandsentschädigung für den Hausmeister eingerechnet werden. Auch ein geringer Betrag für den Organisten ist angemessen.

Viele wollen aber auch nicht auf Blumendekoration am Altar und an den Bänken verzichten. Da dies aber vom Paar selbst organisiert wird, kann der Preis variieren – von einem einfachen Gesteck für 50 Euro zu ausladender Dekoration und von einem Gärtnereibetrieb arrangierte Blumen, für die mehr hingeblättert werden muss. Auch die Musikbegleitung ist ganz den eigenen Wünschen überlassen. Soll es also ein eigens bestellter Musiker sein oder vielleicht der kircheneigene Chor, so ändert sich natürlich das Honorar. Bei freien Trauungen, die in der Kirche stattfinden muss jedoch tiefer in die Tasche gegriffen werden. Der Sprecher, die Organisation und die Örtlichkeit machen den Unterschied, aber mit 500 Euro kann man durchaus rechnen.

Der schönste Tag im Leben

Dieser kleine Ratgeber hat hoffentlich einen Einblick darin gegeben, was bei einer kirchlichen Hochzeit zu beachten ist. Ein unvergesslicher Tag muss nicht im Geldbeutel wehtun, bedarf aber rechtzeitiger Planung. Ein Gespräch mit der zuständigen Pfarrei kann viele Fragen klären und ermöglicht eine individuelle, ganz persönliche Zeremonie mit den wichtigsten Personen im Leben des Brautpaars.


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