Rechtsanwalt Hochzeit

Rechtsanwalt HochzeitDen Schritt zum Ja-Wort hat man sich vorher sicherlich gründlich überlegt. Zu diesen Überlegungen kommt manchmal auch die Frage: Heiraten wir mit oder ohne Ehevertrag? Von manchen Menschen wird diese Frage als sehr unromantisch angesehen. Schließlich liebt man sich doch und will sein Leben miteinander teilen – was soll dann diese Frage?
Diese Frage ist aber weder unromantisch noch überflüssig. Die Scheidungsrate liegt bei mehr als fünfzig Prozent, und keines dieser Paare hatte dies beabsichtigt, als sie beschlossen zu heiraten. Außerdem kann es Umstände geben (es sind Kinder aus einer früheren Ehe vorhanden, einer der Partner ist kein Deutscher), die es sehr angeraten erscheinen lassen, einen Ehevertrag ab zu schließen. Und schließlich würde man sich ja auf keinem anderen Gebiet rechtlich an jemanden binden, ohne einen Vertrag in Händen zu halten.

Der Gang zum Rechtsanwalt

Ein Rechtsanwalt hat die Aufgabe, das zukünftige Ehepaar zum Thema Ehevertrag zu beraten. Er erläutert ihnen die derzeitige Rechtslage sowie die Möglichkeiten, die für Eheverträge bestehen. Ausgehend von der konkreten Lage des Paares entwirft er dann einen Vertrag. Dabei fließen verschiedene Faktoren ein, so zum Beispiel die Vermögenslage der Beteiligten, ihre Staatsangehörigkeit, ihre berufliche Situation (zum Beispiel Selbstständigkeit oder Unternehmer) und weitere Umstände.
Diesen Entwurf spricht der Rechtsanwalt dann mit dem Paar durch und nimmt eventuell noch Änderungen vor. Steht der Vertrag, so muss er von einem Notar in der Gegenwart beider Partner beglaubigt werden. Der Vertrag kann übrigens jederzeit wieder geändert werden, sollten die Partner das wünschen. In einem solchen Vertrag können auch andere Dinge für den Fall einer Trennung vereinbart werden, z. B. ein vom Gesetz abweichender gegenseitiger Unterhalt nach der Trennung.
Der Rechtanwalt muss bei der Abfassung des Ehevertrages übrigens darauf achten, dass er möglichst fair ist. Denn das Gesetz lässt es nicht zu, dass durch den Vertrag einer der Partner ungebührlich benachteiligt wird.

Güterstände im Ehevertrag

Heiratet man ohne Ehevertrag, gilt in Deutschland automatisch der Status der Zugewinngemeinschaft. Das heißt, was den künftigen Eheleuten vorher gehört hat, gehört ihnen auch hinterher noch und wird nicht geteilt. Das gilt auch für Schenkungen oder Erbschaften durch Verwandte oder Freunde, die vor der Heirat statt gefunden haben. Nur das, was in der Ehe an Vermögen erwirtschaftet wird, muss geteilt werden – hier allerdings auch der Zugewinn bei Dingen, die der Ehepartner vorher schon besessen hat. Das heißt beispielsweise, der Mehrwert eines geerbten Hauses, das während einer Ehe mit gemeinsamem Geld renoviert wurde, gehört beiden Ehepartnern zu gleichen Teilen.
Abweichend vom Status der Zugewinngemeinschaft können Ehepartner auch eine Gütergemeinschaft vereinbaren. In einer Gütergemeinschaft gehört alles Vermögen, ob vor oder nach der Ehe erworben, beiden Ehepartnern zu gleichen Teilen. Dazu ist es wichtig, dass beim Rechtsanwalt alles Vermögen einzeln aufgelistet wird.
Genauso wichtig ist der Gang zum Rechtsanwalt, falls eine Gütertrennung vereinbart werden soll. Die Gütertrennung in der Ehe bedeutet, dass jedem sein eigenes Vermögen bleibt. Dabei ist es entscheidend, dass auch während der Ehe getrennte Anschaffungen getätigt werden und dies immer nachweisbar ist. Das stellt sich im Alltag jedoch oft als schwierig heraus, kann aber dennoch sinnvoll sein, wenn einer der Partner zum Beispiel ein Unternehmen führt und das Vermögen des Partners vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt werden soll. Auch bei vorhandenen Schulden kann diese Konstellation sinnvoll sein. Aber hier wird der Rechtsanwalt gerne kompetent beraten.