Steuervorteile nach der Hochzeit

Natürlich heiraten die meisten Paare aus Liebe, aber einige finanzielle Überlegungen spielen bei manchen sicher auch eine Rolle. Zwar stimmt es nicht generell, dass sich bei einer Hochzeit die Steuerlast des Paares automatisch vermindert – verdienen beide etwa gleich viel, so tendiert die Steuerersparnis gen Null. Das Ehegattensplitting teilt nämlich die summierten Einkünfte auf beide auf, aber bei annähernd gleichen Verdiensten ergeben sich dadurch kaum Veränderungen bei der Steuerprogression.

Besteht jedoch bei den Einkünften ein großer Unterschied, dann wirkt sich die Heirat sehr wohl auf die Steuerzahlung aus. Das Ehegattensplitting gilt übrigens nicht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften; das Finanzministerium sieht hier den gesetzlich verankerten Schutz von Ehe und Familie nicht gegeben. Allerdings steht zu diesem Punkt noch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes aus, die Lage kann sich also demnächst noch ändern.

Jonglierbälle im Steuerrecht

Für Verheiratete gibt es einige Jonglierbälle im Steuerrecht, mit denen sie die Steuerlast senken können. So kann das Paar zum einen entscheiden, ob es zusammen (Standard) oder getrennt veranlagt wird. Bei der gemeinsamen Veranlagung werden die Einkünfte der Ehepartner getrennt ermittelt, dann addiert und jedem Ehepartner die Hälfte des Einkommens zugeschrieben (Ehegattensplitting). Diese Variante ist dann sehr lukrativ, wenn zum Beispiel einer der Ehegatten selbstständig tätig ist und so dessen eventuelle Verluste das gemeinsame Einkommen und somit die Steuerlast mindern.

Hochzeit Kosten teuerDer andere Jonglierball besteht in der Wahl der Steuerklassen. Dabei gibt es verschiedene mögliche Konstellationen, die man am besten mit einem Steuerrechner durchrechnet oder von einem Steuerberater begutachten lässt. Die Auswahl der richtigen Kombination richtet sich danach, ob ein großes Gefälle zwischen den Einkünften der Ehepartner besteht. Ist dies der Fall, ist die Kombination der Steuerklassen III und V am günstigsten, verdienen beide annähernd gleich viel, ist die Kombination IV / IV am günstigsten. Die Steuerklassen sind aber nicht in Stein gemeißelt, so kann bis zum 30. November eines jeden Jahres ein Wechsel der Steuerklassen beantragt werden.